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Die verschiedenen Steuerklassen in der Übersicht

Wer sich mit Steuern und Co. auseinandersetzt, stößt schnell auf einen wichtigen Faktor: die Steuerklassen. Über sie wird – vereinfacht ausgedrückt – bestimmt, wie viel „Netto“ noch vom Brutto übrig bleibt. Die besagten Klassen können jedoch selbstverständlich nicht frei gewählt werden, sondern sind einem standardisierten Schema unterworfen. 

Diejenigen, die nicht regelmäßig auf ihre Gehaltsabrechnung blicken, könnten sich schnell die Frage stellen: „Welche Steuerklasse bin ich?“. Immerhin handelt es sich hierbei um die Art von Stammdaten, die nicht allzu oft abgefragt werden. 

Dennoch verbirgt sich hinter manchen Konstellationen gerade dann, wenn ein Steuerzahler / eine Steuerzahlerin geheiratet hat, oft Einsparpotenzial. Um dieses jedoch zu erkennen, braucht es das passende Hintergrundwissen (oder eine Steuerberatung). Möchten Sie sich einen ersten Überblick verschaffen? 

Wir von SumUp bieten Ihnen im Folgenden eine Übersicht zu den einzelnen Steuerklassen und thematisieren die Frage, ob man die Steuerklasse wechseln kann. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich jedoch immer mit seinem Steuerberater kurzschließen. 

Welche Steuerklassen gibt es?

Steuerklasse 1

Die Vorgaben rund um Steuerklasse 1 lassen sich vergleichsweise gut merken. Denn: Hierunter fallen alle, die unverheiratet und nicht alleinerziehend sind. Unter anderem gehören ledige, geschiedene und verwitwete Arbeitnehmer in diese Gruppe. 

Wichtig zu wissen: In Bezug auf Witwen und Witwer gilt es, eine Ausnahme zu beachten. Für sie gilt: Sowohl im Jahr des Todes als auch im darauffolgenden Jahr bleiben sie in Steuerklasse 3.

Die Vorgaben, die mit Hinblick auf Steuerklasse 1 gelten, sind – gerade im Vergleich zu den anderen Klassen – eher ungünstig. Denn: Hier sind die Abzüge eher hoch und der Grundfreibetrag ist dabei niedrig. Auch die Vorzüge von Entlastungsfreibeträgen können Sie in diesem Fall nicht nutzen. 

Es gibt mehrere Gründe, die dazu führen können, dass Sie nicht mehr der Steuerklasse 1 angehören. Diese wäre unter anderem:

  • eine Heirat

  • die Geburt eines Kindes eines alleinerziehenden Steuerzahlers / einer alleinerziehenden Steuerzahlerin

  • ein Zweitjob, bei dem es sich nicht um einen 450 Euro Job handelt.

Steuerklasse 2

In Steuerklasse 2 werden ausschließlich alleinerziehende Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einkategorisiert. Wenn Sie diese Steuerklasse beantragen möchten, müssen Sie zudem auch nachweisen, dass in Ihrem Haushalt mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt, für das Kindergeld gezahlt bzw. der Kinderfreibetrag in Anspruch genommen wird.

Wenn das Kind volljährig geworden ist, ist es möglich, weiterhin von den Vorzügen der Steuerklasse 2 zu profitieren. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass Sie weiterhin Kindergeld beziehen, beziehungsweise vom Kinderfreibetrag profitieren. 

Gut zu wissen: Über die Steuerklasse 2 sollen Alleinerziehende finanziell entlastet werden. Leben mehrere Kinder im Haushalt, kann pro Kind ein Freibetrag in Höhe von 240 Euro geltend gemacht werden. 

Übrigens können auch Alleinerziehende Ihrem Traum vom eigenen Café oder Geschäft. Neben einer soliden finanziellen Basis (zum Beispiel durch spezielle Gründungszuschüsse) ist die Verwaltung und Organisation wichtiger denn je. Mit dem Online-Geschäftskonto von SumUp haben Sie Ihr berufliches Budget spielend leicht im Blick – und dadurch mehr Zeit für Ihre Kinder.

Steuerklasse 3

Die Steuerklasse 3 kann in zwei Fällen genutzt werden:

  • Die verheiratete Person ist Alleinverdiener/-in.

  • Der Ehepartner / die Ehepartnerin hat Steuerklasse 5 gewählt. 

Die meisten Paare entscheiden sich für diese Kombination, wenn einer deutlich mehr verdient als der andere. Am wirtschaftlichsten ist es dann, wenn der mit dem höheren Bruttogehalt Steuerklasse 3 und der andere Steuerklasse 5 wählt.

Die Steuerklasse 3 zeichnet sich dadurch aus, dass die Freibeträge hier besonders hoch und die Abzüge dementsprechend gering sind. So bleibt letztendlich mehr vom Brutto übrig. In Steuerklasse 5 können dann jedoch keine Freibeträge genutzt werden (s. u.). Somit ist das Nettogehalt geringer. 

Als Grundvoraussetzung dafür, dass die Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 genutzt werden kann, gilt die Tatsache, dass beide Partner am Ende des Steuerjahres eine gemeinsame (!) Steuererklärung abgeben. 

Steuerklasse 4

Die Steuerklasse 4 wird von verheirateten Paaren gewählt, die in etwa gleich viel verdienen. Die Zuordnung erfolgt nach der Hochzeit automatisch, bevor dann eventuell in die bereits oben gewählte Kombination aus 3 und 5 gewechselt werden kann. 

Auf der Basis der Steuerklasse 4 zahlen beide in etwa gleich viele Steuern. Sie möchten nach Möglichkeit hohe Nachzahlungen vermeiden? Das sogenannte Faktorverfahren lohnt sich in diesem Fall besonders. So können die Steuern ganz genau berechnet werden. 

Wahl der Steuerklasse - verheiratet nicht immer vorteilhaft

Letztendlich ergeben sich – abgesehen vom Kinderfreibetrag – in Bezug auf die Steuerbelastung jedoch keine allzu deutlichen Unterschiede zwischen Steuerklasse 4 und Steuerklasse 1

Sie möchten wissen, ob es sich lohnt, von 4 und 4 in 3 und 5 zu wechseln? Im Internet finden Sie zahlreiche Rechner, auf deren Basis Sie verschiedene Szenarien durchspielen können. 

Steuerklasse 5

Schwirrt Ihnen schon der Kopf? Keine Sorge, es folgen in Summe nur noch zwei Steuerklassen. Wenn Sie sich bereits mit der Steuerklasse 3 vertrautgemacht haben, ist die Steuerklasse 5 leicht zu verstehen. Sie gilt in gewisser Weise als “Gegenpart”. 

Hat der Partner / die Partnerin Steuerklasse 3 gewählt, wählt der jeweils andere Steuerklasse 5. Im Idealfall sollte sich der- oder diejenige, der / die weniger verdient, für diese Steuerklasse entscheiden. Denn: Die Abzüge sind hier deutlich höher als bei „3“. 

Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass vom gemeinsamen Einkommen möglichst wenige Steuern abgezogen werden. „Leider“ folgt am Ende jedoch der „Lohnsteuerjahresausgleich“, der den gefühlten Vorteil schnell zunichtemachen kann. 

Genau gesagt bedeutet dies, dass die Steuer, die zunächst eingespart wurde, am Jahresende nachgezahlt werden muss. Das bedeutet: Auch mit der Kombination aus 3 und 5 müssen im Verhältnis natürlich im Endeffekt ebenso viele Steuern gezahlt werden wie in allen anderen Klassen auch. 

Steuerklasse 6

Nicht immer wirft die neue Geschäftsidee sofort Gewinn ab. Viele Gründer haben deswegen zu Beginn mehr als einen Job. Gehen Sie zwei oder mehr Berufen nach? Dann könnte Steuerklasse 6 relevant für Sie sein. 450 Euro Jobs sind hiervon ausgeschlossen. Auch der Familienstand ist in diesem Fall unerheblich.

Folgende Leitregel gilt: Übersteigen die Einkünfte des Nebenjobs die 450 Euro Marke, muss dieses Einkommen über Klasse 6 versteuert werden. Doch keine Sorge! Die Einkünfte, die über den Hauptjob generiert werden, bewegen sich weiter in der ursprünglichen Steuerklasse. 

Die Steuern, die Sie in Steuerklasse 6 zahlen, sind vergleichsweise hoch. Der Grund: Hier werden keine Freibeträge gewährt. Spielen Sie dennoch mit dem Gedanken, einen Zweitjob anzunehmen oder sich nebenberuflich zum Beispiel mit einem Onlineshop selbstständig zu machen?

Dann ist es sinnvoll sich das entsprechende Steuerszenario kurz durchzurechnen. So können Sie herauszufinden, wie stark das tatsächliche Nettoeinkommen durch den zusätzlichen Arbeitgeber steigt.


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Steuerklasse wechseln: Wann lohnt es sich?

Manche Steuerklassenwechsel sind vorgeschrieben bzw. passieren automatisch, andere sind „freiwillig“. Zu Letztgenannten gehören die Wechsel von Steuerklasse 4 auf Steuerklasse 5 oder 3 und umgekehrt. 

Wenn Sie zu den Paaren zählen, bei denen ein Partner deutlich mehr oder weniger als der andere verdient, ist es empfehlenswert, dass Sie sich mit der Option auf die „3/ 5“-Variante auseinandersetzen. 

Ein Wechsel sollte gut überlegt sein. Neben zahlreichen Rechnern im Internet besteht natürlich immer auch die Möglichkeit, sich vom Steuerberater beraten zu lassen. 

Finanzamt – Steuerklasse ändern leicht gemacht 

Grundsätzlich gilt: Steuerklassen sind nicht in Stein gemeißelt. Individuelle Lebensumstände bzw. die Tatsache, dass ein Partner mehr als der andere verdient, können dafür sorgen, dass ein Wechsel nötig wird bzw. generell zu empfehlen ist. 

Wenn Sie die Steuerklasse wechseln möchten, ist das Finanzamt der richtige Ansprechpartner. Dies ist sogar mehrmals im Jahr möglich. Wichtig ist lediglich, dass die Anträge innerhalb der Fristen abgegeben werden. Dafür ist eine ordentliche Ablage und Buchhaltung essentiell. Praktische Tools wie Google Drive und ein smartes Online-Geschäftskonto für Selbstständige und Einzelunternehmer können den Prozess erleichtern. 


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Was passiert eigentlich nach einer Scheidung?

Hierbei handelt es sich um eine durchaus berechtigte Frage. Immerhin hat doch „damals“ auch die Hochzeit dafür gesorgt, dass – zumindest zunächst – beide Partner in Steuerklasse 4 einkategorisiert wurden. 

Im Falle einer Trennung bzw. einer Scheidung werden die Ex-Partner in Steuerklasse 1 bzw. 2 eingeteilt. Sie werden nun wieder ledigen Steuerzahlern gleichgesetzt. 

Doch keine Sorge! Der Wechsel der Steuerklasse erfolgt nicht sofort, sondern auf der Basis einer Übergangsphase. Diese erstreckt sich in der Regel über das Trennungsjahr. Solange besteht die Möglichkeit, weiter nach der „alten Steuerklasse“ veranschlagt zu werden. 

Wann muss grundsätzlich eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden?

Auch diese Frage stellen sich viele Menschen, gerade dann, wenn sich ihre Steuerklasse verändert hat, immer wieder. Auch hierzu gibt es natürlich strikte Vorgaben. Wer ledig ist und in Steuerklasse 1 eingeteilt wurde, muss grundsätzlich keine Steuererklärung abgeben.  

Auch Paare, die beide Steuerklasse 4 gewählt haben, sind nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Anders verhält es sich jedoch, wenn sich das Paar dazu entschließt, sich für die „3 / 5“ Kombination zu entscheiden. In diesem Fall müssen ab dem Zeitpunkt beide eine Steuererklärung abgeben. 

Wann ist ein Wechsel der Steuerklasse notwendig?

Es gibt einige Lebensumstände, die zwangsläufig dafür sorgen, dass Sie die Steuerklasse ändern müssen. Hierzu gehören: 

  • Heirat

  • Scheidung bzw. Trennung

  • Tod des Partners

  • (bei Alleinstehenden) Geburt eines Kindes. 

Die „Kann-Option“ besteht nur im Zusammenhang mit verheirateten Paaren und einem ungleichen Einkommen. 

Steuerklassen und ihre Details – einfacher als gedacht

Ob bargeldlos mit dem SumUp Air Kartenterminal oder klassisch per Barzahlung, die ersten Einnahmen sind als Geschäftsinhaber oder -inhaberin immer ein Erfolgserlebnis – insbesondere in den ersten Wochen nach der Gründung. Doch wie sieht es eigentlich am Monatsende mit dem zu versteuernden Gewinn aus?

Nur wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, in welcher Steuerklasse sie sich befinden bzw. ob es gegebenenfalls noch eine günstigere Lösung gibt. 

Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang leider immer wieder vergessen wird, ist die Tatsache, dass sich mit der Wahl der richtigen Steuerklasse – zumindest im laufenden Jahr – Geld sparen lässt.

Hinzu kommt, dass das Steuersystem bei Weitem nicht so kompliziert ist, als es im ersten Moment den Anschein haben mag. Alle Details sind übersichtlich und standardisiert geregelt und lassen sich dementsprechend – ein gewisses Grundinteresse vorausgesetzt – nachvollziehen. 

Wer sich dennoch unsicher darüber ist, welche Steuerklasse am besten passt bzw. was in Bezug auf einen Wechsel beachtet werden sollte, ist gut beraten, sich mit einem Steuerberater auseinanderzusetzen. Dieser kann beispielsweise auch die Nettogehälter, die am Ende bei einer „3 / 5“- Kombination übrig bleiben, genau berechnen.

SumUp Team