Antoniya Ditsova – Interview zum Weltfrauentag

Als Product Owner bei SumUp trifft man Tag für Tag Entscheidungen, die Auswirkungen auf über eine Million Unternehmen haben. Eine dieser Product Owner ist Antoniya Ditsova, die in unserem Büro in Sofia, Bulgarien arbeitet.

Wir haben uns mit ihr im Rahmen unserer Interviewreihe zum Weltfrauentag getroffen. Sie erklärt in ihren eigenen Worten, wie es in ihrem Bereich darum geht, Probleme zu beheben sowie die richtigen Lösungen für Kunden zu entwickeln und zu verwirklichen.

Ein Gespräch darüber, was es bedeutet, eine Führungsposition innezuhaben, über Jacinda Ardern (die Premierministerin von Neuseeland) und über die Kultur des Lernens.

  1. Die FinTech-Branche ist nicht gerade bekannt dafür, ein attraktives Arbeitsumfeld für Frauen zu sein. Warum hast du dich für SumUp entschieden?

Ich habe mich für SumUp entschieden, nicht für die Branche selbst, und so bin ich in einem FinTech-Unternehmen gelandet. Die Fintech-Branche ist komplex, aber nicht furchteinflößend. Unsere Unternehmenskultur und Vision für die Zukunft machen die Arbeit spannend.

Mich haben die Leute inspiriert, die ich bei den Bewerbungsgesprächen kennengelernt habe, und das ist bis heute so geblieben. Die Unternehmenskultur von SumUp ist fantastisch. Man hat immer das Motto vor Augen: "Was können wir gemeinsam besser machen?". Diese Erfahrung ist sehr erfüllend. Ich sehe jeden Tag greifbare Ergebnisse meiner Arbeit, was heutzutage eher selten ist. Es war ein tolles Gefühl, als mir der Taxifahrer auf dem Weg zur letzten SumUp-Party eins unserer Terminals gereicht hat, damit ich mit Karte zahlen konnte.

  1. Was würdest du zugunsten von Frauen weltweit ändern?

Es gibt diese Casting-Shows, bei der die Jury die Kandidaten nicht sehen kann und deren Leistung ausschließlich anhand der Stimme des Sängers beurteilt wird. Das ist, was ich ändern würde. Frauen sollten in ihrem Job auf Basis ihrer Arbeit und Ergebnisse beurteilt werden. Frauen sollten vorn sitzen können, aussprechen dürfen und nicht dafür verurteilt werden, wenn sie einen typischerweise männlich dominierten Beruf oder Bildungszweig wählen.

  1. Wenn du eine wichtige Persönlichkeit kennenlernen könntest, wer wäre das und worüber würdet ihr reden?

Ich würde gern Jacinda Ardern und Roger Federer kennenlernen. :) Jacinda Ardern, weil sie die jüngste Premierministerin der Welt ist und die veraltete Vorstellung widerlegt, dass Frauen nicht gleichzeitig Mutter sein und Karriere machen können. Federer würde ich gern treffen, weil er nicht nur ein überragender Sportler ist, sondern auch hart daran arbeitet, die Lebenschancen armer Kinder zu verbessern. Beide sind einflussreiche Beispiele.

Ich habe mich früher viel von Stars und Idolen inspirieren lassen, aber in letzter Zeit habe ich zunehmend die Menschen in meinem privaten Umfeld bewundern gelernt, weil ich ihre Schwierigkeiten und Erfolge gut kenne. Sie sind großartige Beispiele für Aufrichtigkeit, Mut und Standfestigkeit.

womens day employee picture antoniya ditsova
  1. Was kannst du jeder Frau empfehlen?

Finde deine Gemeinschaft, finde deine Community. Sei es eine Müttergruppe oder eine Gemeinschaft in Bezug auf deinen Job – diese Netzwerke hören dir zu, bieten dir eine andere Perspektive oder inspirieren dich dazu, die Dinge in Angriff zu nehmen. Dort erfährst du von allen Büchern, Veranstaltungen, Events und Ideen. Vielleicht findest du sogar eine Mentorin oder einen Mentor und ein sicheres Netzwerk aus Gleichgesinnten sowie mögliche Partner, die du befragen kannst, mit denen du Ideen ausprobieren kannst und die dir helfen, Blockaden zu überwinden.

  1. Welchen Rat würdest du deinen Kolleginnen mitgeben?

Halte dich nicht zurück. Schätze die Stärken, die du mitbringst, erkenne, was du verbessern kannst, suche nach Feedback und lerne. Was einen oft zurückhält, ist ein Mangel an Selbstbewusstsein. Man kann nicht in allem ein Experte sein, also sei offen, Neues zu entdecken, Ideen auszutesten, Dinge zu wiederholen und anzupassen. Selbst wenn du diese Atmosphäre derzeit nicht erlebst – erschaffe eine Kultur des Lernens und Feedbacks.

  1. Auf welche Stärke bist du stolz?

Ein weiser Mann hat mal zu mir gesagt, meine größte Stärke sei meine Verletzlichkeit. Trotzdem habe ich immer noch Schwierigkeiten, sie anzunehmen, oder gegenüber anderen zu zeigen. Wenn es um Kompetenzen geht, ist es wohl meine Fähigkeit, viele Dinge gleichzeitig zu jonglieren, ohne den Überblick zu verlieren. Ich neige dazu, Kreativität, Herzblut, Zeit und mein bestes Bemühen in alles zu stecken, was ich mache.

  1. Was gefällt dir daran, in einer Führungsposition zu sein?

Meine Rolle ist insofern eine Führungsposition, als ich mit einem Team fantastischer, engagierter Leute zusammenarbeite und wir gemeinsam echten Einfluss auf unsere Kunden und ihre Unternehmen haben. Mir gefällt, dass ich mich darauf konzentrieren kann, Gelegenheiten zu erkennen oder Probleme zu lösen, und dementsprechend zu handeln. Im Produktmanagement gibt es viel Raum für Innovation und Erfindungsgeist.

  1. Welche Fähigkeiten sind in einer Führungsrolle deiner Meinung nach am Wichtigsten?

Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Ich denke, eine Führungsrolle fängt damit an, dass einem die Mitarbeiter am Herzen liegen. Und dass man versucht, ihre Motivationen zu erkennen, und sie darin unterstützt, sich persönlich wie beruflich weiterzuentwickeln. Eins der Kanban-Prinzipien (eine Methode der Produktionsprozesssteuerung), das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, lautet, dass wir Führungshandlungen auf allen Ebenen fördern sollten. Führungspersönlichkeiten müssen eine Kultur schaffen, in der Wandel, Toleranz beim Scheitern und Verständnis gefördert werden.

Vielen Dank für deine interessanten Erkenntnisse darüber, bei SumUp in einer Führungsposition zu sein, Antoniya!

Sie können Antoniya auf Twitter folgen oder sie auf LinkedIn finden.

Im Rahmen unserer Interviewreihe haben wir uns auch mit Logistikmanagerin Kenia und Web Chapter Lead Monica unterhalten, die bei SumUp arbeiten.

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Julia Maehler